Corona-Update

Aktuell - Konjunkturpaket 2020

Update - 06.07.2020

Der Koalitionsausschuss der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD hat sich am Abend des 03.06.2020 auf ein Konjunkturprogramm mit insgesamt 57 Maßnahmen geeinigt. Mit diesem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket sollen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abgefedert werden.

Die Kernpunkte des Konjunkturpaketes

Steuern

  • Abschreibung für Abnutzung: Die degressiven AfA kommt für die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021 wieder! Sie beträgt das 2,5-fache der derzeit geltenden AfA, maximal jedoch 25 Prozent.
     
  • Umsatzsteuer: Senkung der Umsatzsteuer von 19 % auf 16 % sowie von 7 % auf 5 % für den Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020.
    NEU: Unsere ausführlichen Hinweise zur Umstellung der Steuersätze finden Sie hier.
     
  • Körperschaftsteuer: Einführung eines Optionsmodells zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften.
  • Gewerbesteuer: Erhöhung des Freibetrags für gewerbesteuerliche Hinzurechnung auf 200.000 Euro sowie Anhebung der Anrechnung auf die Einkommensteuer auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags.
  • Forschungszulage: Vom 01.01.2020 und bis zum 31.12.2025 wird die Bemessungsgrundlage auf bis zu 4 Mio. Euro (ursprünglich 2 Mio. Euro) pro Unternehmen erhöht.
  • Innovationsprämie: Verdopplung der Umweltprämie von 3.000 Euro auf 6.000 Euro bei einem Nettolistenpreis des Elektrofahrzeugs von maximal 40.000 Euro für Anschaffungen bis zum 31.12.2021. Zusätzlich Anhebung der Preisgrenze von 40.000 Euro auf 60.000 Euro für eine Dienstwagenbesteuerung mit 0,25% des Bruttolistenpreises.
  • Verlustrücktrag: Gesetzliche Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags für die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung. Zudem Nutzbarmachung des Verlustrücktrags bereits in der Steuererklärung 2019 z.B. über die Bildung einer steuerlichen Corona-Rücklage.
  • Einfuhrumsatzsteuer: Verschiebung der Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer auf den 26. des Folgemonats.
  • Einkommensteuer: Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende von derzeit 1.908 Euro auf 4.000 Euro für die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021.

 

Wirtschaft

  • Überbrückungshilfen: Für Unternehmen, die einen starken „coronabedingten“ Umsatzausfall in den Monaten Juni bis August 2020 hatten. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, die nicht mehr als 249 Beschäftigte haben und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio € erwirtschaftet oder eine Bilanzsumme von maximal 43 Mio € ausgewiesen haben.

    Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

    In den Monaten April und Mai 2020 ein „coronabedingter“ Umsatzrückgang von mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 sowie fortlaufende Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 %.

    Erstattung:
    Bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % sind bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattungsfähig. Maximale Erstattung: 150.000 Euro für drei Monate (bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten regelmäßig max. 9.000 Euro, bei bis zu zehn Beschäftigten max. 15.000 Euro)

    Nachweis:
    Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer zu prüfen und zu bestätigen

    Ende der Antragsfrist:            31.08.2020
    Ende der Auszahlungsfrist:    30.11.2020
     
  • Prämie für Ausbildungsverträge: Zusätzlicheine einmalige Prämie für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag in Höhe von 2.000 Euro.
    • Voraussetzung:
      Das Ausbildungsplatzangebot 2020 darf sich im Vergleich zu den letzten drei Vorjahren nicht verringern
    • Prämienauszahlung:
      nach Ende der Probezeit.
    • Prämienerhöhung:
      Unternehmen, die ihr Ausbildungsangebot erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro.
  • Mobilitätsförderung: Europaweites Flottenerneuerungsprogramm 2020/21 für schwere Nutzfahrzeuge: Zuschuss von 15.000 Euro beim Austausch von Euro 5-LKW und 10.000 Euro beim Austausch von Euro 3 oder Euro 4-Fahrzeugen.
  • Digitalisierungsvorhaben: Schnellere Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung, bei Sicherheitsprojekten sowie bei Rüstungsprojekten.
  • „Sozialgarantie 2021“: Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 %.

 

Familien

  • Kinderbonus: Einmaliger Kinderbonus von 300 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind, welcher mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet wird. Es erfolgt keine Anrechnung des Kinderbonus auf die Grundsicherung.

Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Eckpunktepapier des Koalitionsausschusses.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Konjunkturpaket/2020-06-03-eckpunktepapier.pdf?__blob=publicationFile&v=9