Corona-Update

KutzKarin Kutz
Steuerberaterin
Fachanwältin für Internationales Steuerrecht
Fachanwältin für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)
Telefon: +49 (0) 531 28 20-456
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Überbrückungshilfe-II

Aktuelles - 23.11.2020

Die 2. Phase der Überbrückungshilfe für September bis Dezember 2020 ist gestartet - die Unterstützung wurde verlängert, verbessert und vereinfacht. Insgesamt haben sich die Rahmenbedingungen deutlich zu Ihren Gunsten verändert!

Dies sind die neuen Antragsvoraussetzungen:

Grundsätzlich haben Unternehmen aller Größen und Branchen, unabhängig von der Mitarbeiterzahl, Soloselbständige und selbständige Angehörige freier Berufe, deren Umsatz im Zeitraum April bis August 2020

- um durchschnittlich mindestens 30 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum ODER

- in zwei zusammenhängenden Monaten um mindestens 50 % gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten zurückgegangen ist,

einen Anspruch auf die neue Überbrückungshilfe der 2. Phase.

Die Förderung selbst richtet sich nach der Höhe Ihres Umsatzeinbruchs in den Monaten September, Oktober, November und Dezember 2020 im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten. Für diesen Zeitraum wird Ihnen auf Antrag ein Anteil Ihrer monatlichen betrieblichen Fixkosten erstattet – und zwar in Höhe von

- 40 % bei einem Umsatzeinbruch von mindestens 30 %,
- 60 % bei einem Umsatzeinbruch von mindestens 50 %,
- 90 % bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 70 %.

Die Berechnung wird für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt Ihr Umsatzeinbruch in einem Monat unter 30 % gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe für diesen Monat.

Ihre maximale Förderung beträgt 50.000,00 € pro Monat, wobei die bisherige Staffelung des Höchstbetrages nach der Anzahl Ihrer Besachäftigten entfällt.

Von der Förderung ausgeschlossen sind Unternehmen:

  • die nicht bei einem inländischen Finanzamt geführt werden,
  • ohne Sitz oder Betriebsstätte im Inland,
  • die sich bereits zum 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden,
  • die erst nach dem 31.10.2019 gegründet wurden,
  • öffentliche Unternehmen oder Unternehmen mit Zugang zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds*,
  • mit einem Jahresumsatz von mindestens 750 Mio. €,
  • Freiberufler oder Soloselbständige im Nebenerwerb.

Dabei gilt als Unternehmen jede rechtlich selbständige Einheit (mit eigener Rechtspersönlichkeit) unabhängig von ihrer Rechtsform, die wirtschaftlich am Markt tätig ist und zum Stichtag 29.02.2020 mindestens einen Beschäftigten hatte. Bei Gesellschaften bürgerlichen Rechts und Unternehmen anderer Rechtsformen ohne weiteren Beschäftigten muss zumindest ein Gesellschafter im Haupterwerb für das Unternehmen tätig sein. Falls Sie jedoch in so genannten „verbundenen Unternehmen“ tätig sind, dürfen Sie nur einen Antrag für den Unternehmensverbund stellen.

Gefördert werden auch wirtschaftlich tätgige, gemeinnützige Unternehmen, z.B. Jugendbildungsstätten, Schullandheime, Familienfeierstätten, Behindertenwerkstätten sowie Bildungseinrichtungen der Kammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen.

Wie funktioniert der Antrag?

Das Antragsverfahren ist zweistufig. In der ersten Stufe werden in Ihrem Antrag das Vorliegen der Antragsvoraussetzungen und die voraussichtliche Höhe Ihres Umsatzseinbruchs und der erstattungsfähigen Fixkosten bestimmt.

In der zweiten Stufe müssen Sie dann den Nachweis Ihres Umsatzeinbruch und der im Antrag geltend gemachten Kosten erbringen. Es erfolgt eine Schlussabrechnung. Ist Ihr Anspruch auf Förderung höher als die bereits gezahlten Zuschüsse, erhalten Sie eine Nachzahlung. Ggf. zu viel erhaltene Beträge sind von Ihnen zurückzuzahlen.

Brauchen Sie bei der Antragstellung einen Steuerberater?

Ja, beide Stufen sind ausschließlich mit Hilfe eines Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder Rechtsanwaltes durchzuführen.

Bis wann müssen Sie die Überbrückungshilfe beantragt haben?

Der Antrag kann nur einmalig gestellt werden. Die Antragsfrist endet am 31.01.2021 (Ausschlußfrist), die Schlussabrechnung ist spätestens bis zum 31.12.2021 vorzunehmen.

 

*) Hinweis zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds: Unternehmen, die in den letzten beiden bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 01.01.2020 mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllen: a) mehr als 43 Millionen Euro Bilanzsumme, b) mehr als 50 Millionen Euro Umsatzerlöse oder c) mehr als 249 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt. Diese Unternehmen sind unabhängig von einer tatsächlichen Antragstellung beim Wirtschaftsstabilisierungsfonds nicht antragsberechtigt.