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Ballasch Christian Ballasch
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht
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Arbeitsunfähig durch einen unverschuldeten Unfall - Was nun?

Verkehrsrecht - 07.03.2018

Wenn jemand durch einen unverschuldeten Unfall arbeitsunfähig wird, bestehen Ansprüche gegen den Unfallverursacher wegen seines Verdienstausfalls.

Zu unterscheiden ist der Schaden des Arbeitnehmers vom Schaden des Selbständigen.

1. Der Arbeitnehmer

Den meisten Arbeitnehmern entsteht in den ersten sechs Wochen nach dem Unfall noch kein Schaden, weil sie Lohnfortzahlungsleistungen durch ihren Arbeitgeber erhalten.

Im Einzelfall kann dem verletzten Arbeitnehmer bereits zu diesem Zeitpunkt ein Schaden entstehen: Der verletzte Arbeitnehmer erhält im Rahmen der Lohnfortzahlung nur sein „Grundgehalt“. Wenn er nicht arbeiten kann, fallen Zulagen für Arbeiten am Wochenende oder zur Nachtzeit weg. Ähnlich verhält es sich, wenn das Einkommen teilweise aus Provisionszahlungen bestand. Diese Einbußen kann der Geschädigte geltend machen.

Nach sechs Wochen bekommt der verletzte Arbeitnehmer (als gesetzlich Versicherter) in der Regel von seiner Krankenkasse das sog. „Krankentagegeld“. Dieses beläuft sich auf rund 70 % des Bruttogehaltes und wird über einen Zeitraum von bis zu 78 Wochen gezahlt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt entsteht dem verletzten Arbeitnehmer immer ein „Minus“, das er als Schadensersatz geltend machen kann. Mit dem Auslaufen des Krankentagegeldes kann der verletzte Arbeitnehmer den vollen Verdienstausfall vom Unfallverursacher verlangen. Zu berücksichtigen sind hierbei Gehaltserhöhungen, Beförderungen usw., die ohne die Verletzung zu erwarten gewesen wären.

2. Der Selbständige

Beim Selbständigen stellt sich eine Arbeitsunfähigkeit oft dramatischer dar. Sofern dieser nicht privat vorgesorgt hat, kann eine längere Arbeitsunfähigkeit schnell existenzgefährdende Ausmaße annehmen.

Der „einfachste“ Weg der Schadenkompensierung ist die Einstellung einer Ersatzkraft, deren Bezahlung der Schädiger übernimmt. Ist das nicht möglich, muss der Schaden anhand konkreter Anhaltspunkte ermittelt werden, um ihn ersetzt verlangen zu können. Auch hier ist die berufliche Entwicklung des Selbständigen zu berücksichtigen. 

In beiden Fällen ist eine anwaltliche Vertretung dringend anzuraten.